Geschäftsführerpflichten in der Unternehmenskrise

An die Geschäftsführer einer GmbH werden aufgrund der beschränkten Haftung der GmbH besonders hohe Anforderungen gestellt. Diese Anforderungen können sich in der Krise des Unternehmens noch einmal steigern.

Der Bundesgerichtshof hat in seinem Urteil vom 27.03.2012 (Az.:II ZR 171/10) den Sorgfaltsmaßstab präzisiert, an dem ein Geschäftsführer sein Verhalten bei Anzeichen einer Unternehmenskrise auszurichten hat. Demnach hat ein Geschäftsführer einer GmbH, der nicht über ausreichende persönliche Kenntnisse verfügt, um selbst zu beurteilen, ob ein Insolvenzantrag für die Gesellschaft zu stellen ist, unverzüglich die Beratung einer unabhängigen und fachlich qualifizierten Person in Anspruch zu nehmen. Der Geschäftsführer muss der beratenden Person gegenüber die Verhältnisse der Gesellschaft umfassend darstellen und die erforderlichen Unterlagen zur Verfügung stellen. Es genügt allerdings nicht, dass der Geschäftsführer unverzüglich den Beratungsauftrag erteilt, vielmehr hat er auch dafür Sorge zu tragen, dass die Prüfungsergebnisse unverzüglich vorliegen. Darüber hinaus hat er die Pflicht das Ergebnisse der Beratung einer Plausibilitätskontrolle zu unterziehen.

Hintergrund ist, dass der Geschäftsführer gemäß § 64 Satz 1 GmbHG grundsätzlich persönlich für die Zahlungen haftet, die nach Eintritt der Zahlungsunfähigkeit der Gesellschaft oder nach Feststellung ihrer Überschuldung geleistet werden, vorausgesetzt die Zahlungen sind nach diesem Zeitpunkt nicht mit der Sorgfalt eines ordentlichen Kaufmanns vereinbar. Für die anspruchsbegründende Haftung des Geschäftsführers bedarf es eines Verschuldens, wobei einfache Fahrlässigkeit genügt. Diesbezüglich vermutet die Rechtsprechung zu Lasten des Geschäftsführers, dass er im Falle der Leistung von Zahlungen in der Krise nicht die von einem Vertretungsorgan einer GmbH geforderte Sorgfalt an den Tag legt und somit schuldhaft gehandelt hat. Um einer vollumfänglichen Haftung zu entgehen, muss der Geschäftsführer sich entlasten und das vermutete Verschulden widerlegen.

Gerät also eine GmbH in die Krise und zur Insolvenzreife, steigen die Anforderungen an das Handeln der Geschäftsführung stark an. Um diesen Anforderungen gerecht zu werden und einer persönlichen Haftung zu entgehen, berät die Kanzlei Barba & Partner Sie gerne in unternehmensrechtlichen Angelegenheiten in Rosenheim, München, Mailand und Umgebung!

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